Veranstaltungsankündigung: Vortrag von Farid Esack am 30.06.2017

Titel: Israel and Apartheid South Africa – How Valid are the Comparisons?

Statement also available in English.

Aufgrund des großen Andrangs bitten wir euch, euch anzumelden.

Wir fühlen uns geehrt, Farid Esack, Professor für Islamwissenschaften an der Universität Johannesburg, islamischer Befreiungstheologe und politischer Aktivist, in Wien zu einer Veranstaltung von BDS Austria begrüßen zu dürfen. Farid Esacks Biographie als Muslim und Südafrikaner ist eng mit der Anti-Apartheidbewegung verknüpft. Seine Verdienste zur Niederringung der südafrikanischen Apartheid führten ihn 1994 als Gleichstellungsbeauftragten in die Regierung Nelson Mandelas. Heute ist Farid Esack neben vielen anderen Tätigkeiten auch in der südafrikanischen BDS-Bewegung aktiv.

In seinem Vortrag wird Farid Esack auf die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Südafrika unter Apartheid und dem aktuellen israelischen Apartheidsystem eingehen. Im Anschluss gibt es im Rahmen einer moderierten Publikumsdiskussion die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich tiefer auszutauschen.

So wollen wir auf der Grundlage des Vortrags von Farid Esack über die Bedeutung und Legitimität von BDS als Ausdruck einer globalen Antirassismus-Arbeit diskutieren und dabei auch spezifisch nach seiner Perspektive – einer muslimischen sowie einer des globalen Südens – fragen bzw. aus ihr lernen. Dabei soll auch eruiert werden, inwiefern antirassistische Arbeit auf einer lokalen Ebene den globalen Kontext benötigt, damit Grundrechte nicht als Privileg nur für bestimmte Gruppen zu Verfügung gestellt werden, sondern allen.

Farid Esacks Arbeit als Universitätsprofessor, islamischer Befreiungstheologe, politischer Aktivist und Antirassismus-Kämpfer bringt ihn notwendigerweise auch zu klaren Positionen zum antimuslimischen Rassismus. So nahm er im November 2015 kurz nach den Terroranschlägen in Paris wie folgt zu diesen Stellung:

Am 15. November 2015 bete ich nicht für Paris; ich verurteile niemanden. Warum zur Hölle sollte ich das? Ich hatte nichts damit zu tun. Es macht mich krank, wie ständig erwartet wird, dass man etwas verurteilt. Ich wende mich ab von euren beschissenen rassistischen und islamophoben Erwartungen und davon, dass ich immer Entsetzen heucheln soll, wenn eure Hühner heimkommen zur Ruhstatt. Hört auf, Terrorwerkzeuge zu unterstützen und zu finanzieren, entfernt euch aus den Ländern und Kontinenten anderer Menschen, hört auf, friedfertigen Widerstand gegen Besatzungen für gesetzwidrig zu erklären, wie die Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) Bewegung, gebt euren kulturellen Imperialismus auf, zerstört eure Waffenindustrie, die die Waffen bereitstellt, die jedes Jahr Hunderttausende töten. Die Logik ist ganz einfach: Wenn du isst, dann ist es dumm anzunehmen, dass niemals Scheiße aus deinem Körper kommen wird. Ja, ich fühle Mitleid mit den Opfern, auf die die Scheiße fällt. Aber, zur Hölle, nehmt sie euch zu eigen, es ist eure Scheiße!“ (1)

Aufgrund der politischen Situation ist es uns derzeit als lokale Gruppe der weltweiten BDS-Bewegung weder möglich einen öffentlichen Veranstaltungsraum (Amerlinghaus, WUK, Albert-Schweitzer-Haus, AAI…) für den Vortrag des ehemaligen Ministers in Nelson Mandelas Regierung in Wien zu erhalten, noch ein öffentlich zugängliches Hotel oder einen Seminarraum anzumieten. Die massiven Drohungen und Einschüchterungen gegen RaumvermieterInnen haben wir in unseren Stellungnahmen auf unserer Website ausreichend dokumentiert. (2) LokaleigentümerInnen versicherten uns in Vorgesprächen, wie gerne sie unsere Veranstaltung hosten würden, es sich aber nicht leisten könnten, medial von den FreundInnen der Apartheid angegriffen zu werden.

Der Veranstaltungsort ist daher noch offen, doch der Vortrag findet auf jeden Fall am 30. Juni 2017 statt. Auf www.bds-info.at/FaridEsack wird ein Veranstaltungsort rechtzeitig bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf einen spannenden Abend und laden alle Interessierten dazu herzlich ein.

Der Vortrag erfolgt auf Englisch. Die Diskussion danach auf Deutsch und Englisch. Um Flüsterübersetzungen in beide Richtungen werden wir uns bemühen, können jedoch leider nicht dafür garantieren.

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

(1) http://www.news24.com/SouthAfrica/News/im-not-praying-for-paris-sa-muslim-academic-20151117 Eigene Übersetzung aus dem Englischen.

(2) siehe beispielsweise zusammenfassend http://bds-info.at/mediale-repraesentation-oeffentlichkeit-und-ohn-macht-nachbetrachtungen-zur-israeli-apartheid-week-2017/


Event announcement: Lecture by Farid Esack on June, 30th 2017

Titel: Israel and Apartheid South Africa – How Valid are the Comparisons?

Due to the many people who want to join the event, we kindly ask to register for the event.

It is our honor to welcome Farid Esack, professor of Islamic Sciences at the University of Johannesburg, to an event of BDS Austria in Vienna.

Farid Essack is also a liberation theologian and a political activist.
As a Muslim and South African, his biography is closely linked to the anti-apartheid movement. As a result of his contributions to the defeat of apartheid in South African, he was appointed to be an Equal Opportunities Officer in the government of Nelson Mandela in 1994.

Today, Farid Esack is active in the BDS movement in South Africa as well as in a number of other causes.

Farid Esack will discuss the similarities and differences between South Africa under Apartheid and the current Israeli apartheid system. After the presentation a moderated discussion will allow for questions from the audience.

It is our hope that Farid’s perspective as a Muslim and a person from the global South will lead to a discussion and understanding of the significance and legitimacy of BDS as an expression of a global struggle against racism. Furthermore, the discussion will examine how local work against racism requires a global context to ensure that fundamental rights are not just realized as a privilege for a specific group, but for all.

Farid Esack´s work as a professor, theologian, and acitivist against racism necessarily takes him to clear positions on anti-muslim racism. Shortly after the terror attacks in Paris in November 2015 he commented as follows:

“I am not praying for Paris; I am not condemning anyone. Why the hell should I? I had nothing to do with it. I am sickened by the perpetual expectations to condemn. I walk away from your shitty racist and Islamophobic expectations that whenever your chickens come home to roost then I must feign horror. Stop supporting and funding terror outfits, get out of other people’s lands and continents, stop outlawing peaceful resistance such as Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) Movement, to occupations, abandon your cultural imperialism, destroy your arms industry that provides the weapons that kill hundreds of thousands of others every year. The logic is quite simple; When you eat, it’s stupid to expect that no shit will ever come out from your body. Yes, I feel sorry for the victims on whom the shit falls. But, bloody hell, own it; it’s yours!” (1)

Due to the political situation in Vienna it is currently not possible for BDS Austria to obtain public facilities that would normally be available for events such as a speech by a former minister of Nelson Mandela´s government. The Amerlinghaus, the WUK, the Albert-Schweitzer-Haus, and the Afro-American Institute have all denied recent requests for facilities. Nor can we rent publicly available hotel or conference rooms, as a result of massive threats and intimidation against the owners. These are extensively documented on our website (2). Local owners assured us in preliminary talks, how much they would like to host our event, but they could not afford to be attacked in the media by the friends of apartheid.

In spite of the difficulties, Farid Essack’s presentation will take place on June 30th, 2017, but the venue will remain open at this point. It will be announced on www.bds-info.at/FaridEsack in a timely fashion.

We are looking forward to an exciting evening and would like to invite all interested parties. The speech will be in English, but in the following discussion ith will be possible to use German or English. We will try to provide whispered translation in both directions, but cannot guarantee it.

Entry to the event is free of charge, but donations are welcome and appreciated.

(1) http://www.news24.com/SouthAfrica/News/im-not-praying-for-paris-sa-muslim-academic-20151117
(2) http://bds-info.at/blog/wp-content/uploads/2017/03/IAW2017_Reflections.pdf

Post Author: Rom