Offener Brief an die OrganisatorInnen und teilnehmenden AktivistInnen der Demonstration zum Gedenken an das Hanau Attentat am 22.08.2020 in Wien

Open Letter to the organizers and participating activists at the demonstration in remembrance of the Hanau attack in Vienna, August 22nd. English below!

Wir, BDS Austria, Teil der globalen Kampagne zur Unterstützung der Rechte der PalästinenserInnen, sind am Samstag, den 22.08.2020 in Wien zur Gedenkkundgebung für die Ermordeten von Hanau gegangen und sind dort von Teilen der *OrganisatorInnen* verbal und tätlich angegriffen worden.

Wir waren dort, weil wir in den Ermordeten – Ferhat, Gökhan, Hamza, Said Nessar, Mercedes, Sedat, Kaloyan, Fatih und Vili – uns wiedersehen, im Sinne wie es Angela Davis ausdrückt: “When I see them, I see us.“

Wir waren dort, weil wir ihren Eltern, Geschwistern und FreundInnen – ohne sie persönlich zu kennen – organisiert ausdrücken wollten, dass wir mit ihnen sind und nicht vergessen.

Wir waren dort, weil wir auch zum Teil als migrantisch Markierte, hier in dieser Gesellschaft, den Rassismus auf staatlicher, institutioneller Ebene wie auch auf sozialer und kultureller Ebene spüren. Wir werden wieder und bei jeder Gelegenheit ihre Namen nennen.

Wir waren dort, um zum Ausdruck zu bringen, dass die Kämpfe gegen rassistische Morde – ob staatliche oder individualverbrecherische – und gegen institutionalisierten Rassismus verbunden sind. Von Ferguson, Minneapolis, Hanau bis Palästina. Dass – wie Angela Davis es ausdrückt – Freiheit ein konstanter Kampf ist und die Kämpfe in Verbindung stehen – und stehen müssen.

Wenn die Namen der Ermordeten erklingen, dann erklingen unsere Namen. Ihr seht darin Zufälle, wir sehen Systematik.

Als zwei unserer AktivistInnen am Ort der Kundgebung erschienen, wurden diese zuerst verbal und dann tätlich von weißen Männern aus dem Spektrum der sogenannten „MIGRANTIFA WIEN“ und der sogenannten „AUTONOMEN ANTIFA (W)“ angegriffen. Das Ganze wurde von dem Agenten des sogenannten „PRESSESERVICE“ („Presseservice Wien – Netzwerk freier Fotojournalist*innen“) beobachtet, fotografiert und wahrscheinlich als „erfolgreicher Antifaschismus“ archiviert. Dieser Agent vom „PRESSESERVICE“ dessen Aufgabe es stets zu sein scheint unter dem Deckmantel eines (oder seines) Antirassismus Menschen mit Migrationshintergrund, im Speziellen AraberInnen zu fotografieren und die Fotos in diffamierender Weise zu veröffentlichen. Organisatorisch schien es fast, als ob „MIGRANTIFA WIEN“ und „AUTONOMEN ANTIFA (W)“ mit dem Linksbündnis „LINKS-Wien“ verbündet sei. Verbündet in der Repression. Ist das so?

Im Vorfeld haben AktivistInnen von BDS und der „MIGRANTIFA WIEN“ eine inhaltliche Debatte über die Zusammensetzung des Podiums gehabt und in wie fern sich eine Palästinenserin auf dieser Demo sicher fühlen kann. Mündlich und informell wurde Sicherheit zugesagt und weiterhin die Anwesenheit von BDS-AktivistInnen begrüßt.

Als wir unsere BDS-Fahne auspackten begann der Übergriff, in dessen Verlauf unsere AktivistInnen von BDS ihre Kameras aus Selbstschutz herausnahmen und den Übergriff filmten, weil DIE MEHRHEIT SICH ZU ENTSCHEIDEN SCHIEN, NUR ZU GLOTZEN UND SCHWEIGEN. Warum die weißen Männer der „MIGRANTIFA WIEN“ und „AUTONOMEN ANTIFA (W)“ auf unsere Hijab tragende Schwester – nicht durch Zufall die einzige auf der Demo – losgingen scheint mit dem allgemeinen gesellschaftlichen Konsens zusammenzuhängen, der wohl besagt, dass Mann gegen alles Muslimische alles tun darf.

Ihr redet von „Safe-Spaces“, wir sehen Failed-Spaces. Keine Zufälle, sondern Systematik. Die „Safe Spaces“, von denen da oft die Rede ist, scheint zunehmend die militärische Sicherheit der Checkpoints anzunehmen. Die „Sicherheit“, von der jüngst Alexia Weiss in der Wiener Zeitung schrieb, als sie das „verständliche Unbehagen“ (sic!) ausdrückte, wenn auf einer Black Lives Matter Demo palästinensische Fahnen getragen werden. Die „Sicherheit“, dass zumindest in Europa die organische Verbundenheit und Solidarität zwischen Black Lives Matter und den Kämpfen für die elementaren Menschenrechte der PalästinenserInnen unterbrochen, gekappt, diffamiert wird. Nachzulesen ist dieses Meisterstück der Entsolidarisierungs-Arbeit hier (https://www.wienerzeitung.at/meinung/blogs/juedisch-leben/2063234-BlackLivesMatter-ohne-Wenn-und-Aber.html?fbclid=IwAR2TrwMIsbPFBwq0h4xd_lzIyylRYsmLZmKqJ79RIrwqGHVaFJbz97Gty-k). Denn Solidarität ist die stärkste Waffe, welch ein Alptraum, wenn sich die Entrechteten, Geächteten, systematischer, rassistischer Gewalt ausgesetzten Menschen miteinander solidarisieren…

Wenn die rassistischen InfiltratorInnen glauben, wir wären von der Demo vertrieben worden, dann haben sie sich in unserer Schwester und dem anderen teilnehmenden BDS-Aktivisten getäuscht. Sie haben nur nach Warnung türkisch-kurdischer FreundInnen die Demo verlassen, weil sie den Ort und den Zweck – das Gedenken – nicht stören wollten. Das Gedenken unserer Geschwister. Das Gedenken unserer Ermordeten, durch eure TäterInnen, durch eure RassistInnen.

Wir haben die Bildung und Formierung einer migrantischen Antifa, der Migrantifa in Wien mit Freude zur Kenntnis genommen. Sie kann der seit vielen Jahren beobachtbaren „Hegemonialisierung“ einer weißen Antifa etwas entgegensetzen, eine authentische Antifa der PoC, die einer weißen „Antifa“, die in Österreich und Deutschland zunehmend zu einer Transatlantifa wurde, einen internationalistischen, antirassistischen Antifaschismus entgegensetzt. Einer weißen „Antifa“ etwas entgegensetzt, die kritische MigrantInnen de facto ausschloss, eine „Antifa“ wie die „AUTONOME ANTIFA (W)“, die personell und institutionell eng mit dem hegemonialen Medienapparat verbunden ist, die in den hegemonialen Institutionen des Staats sitzt, die einen hegemonialen, staatstragenden, rassistischen „Antifaschismus“-Begriff innerhalb der Linken etabliert hat. Eine „Antifa“, die via Grüne, Sozialdemokratie und parlamentarischen „Linken“ einen weißen „Antifaschismus“ regierungsfähig macht und sich gerne auch mal über ihre Institutionen zum Staatsdiener einer schwarz-blauen Regierung für irgendwelche Expertisen macht. Expertisen, die dann den staatlichen Institutionen für ihre Repression dienen sollen.

Eine Migrantifa, die den Fehler machen würde, sich mit diesen hegemonialen Staatsdienern wie „AUTONOME ANTIFA (W)“ und „PRESSESERVICE“ einzulassen, wäre aber gleich zu Beginn zum Scheitern verurteilt. Sie wäre die gleiche, weiße, staatstragende, rassistische Pseudo-Antifa, wie die es die „AUTONOME ANTIFA (W)“ seit Anbeginn war. Ein Etikettenschwindel.

Die einzigen von allen anwesenden Männern und Frauen auf der Kundgebung, die unsere Geschwister schützen und mit ihnen die Demo aus Solidarität verließen, waren ein paar türkische und kurdische Schwestern, die aus dem Selbstverständnis einer linken Praxis handelten. Seht ihr darin immer noch nur Zufälle?

Einige AktivistInnen der „MIGRANTIFA WIEN“ haben dann versucht, sich vor Ort und im Nachhinein zu entschuldigen. Wir fürchten allerdings: Nicht etwa weil sie erkannt hätten, dass ihr Denken und ihr Handeln zutiefst verinnerlichte Formen von Rassismus und reproduziertem Rassismus widerspiegeln, nicht, weil sie erkannt hätten, dass hier tatsächlich Teile der OrganisatorInnen der Demo in den eigenen Reihen die „Proteste immer auch missbrauchen, um auch andere Botschaften zu transportieren“ (Alexia Weiss) – nämlich die Entsolidarisierung mit antirassistischen Kämpfen andernorts, namentlich in Palästina – sondern aus Sorge, wir als BDS Austria könnten Filme und Fotos der Täter veröffentlichen.

Ihr scheint nicht zu verstehen. Ihr scheint nicht in der Lage zu sein irgendetwas zu begreifen.

Wir sind keine Repressions- und Polizeifotografen, wie die Agenten von „PRESSESERVICE“. Das nebenbei. Wir haben die Übergriffe gefilmt und dokumentiert. Eure Sorge sind nicht die Handlungen, sondern die Bilder. Das kennt man seit Jahren von der weißen, männerdominierten und rassistischen „AUTONOMEN ANTIFA (W)“ und dem „PRESSESERVICE“, dieser Agententruppe, die, wenn man sie filmt, in Panik davonläuft. Und diese Denke hat nun offenbar auch seinen Weg zur, von dieser und dem Bündnis „LINKS-Wien“ tokenisierten und sich teilweise personell überschneidenden „MIGRANTIFA WIEN“ gefunden. Deswegen sind sie in ihrer Feigheit meist vermummt oder versteckt in den Institutionen der Hegemonie. Diese Eure Entschuldigung wäre in diesem Fall nichts wert. Genauso wenig wert wie die anscheinende Aufarbeitung mit übergriffigen Männern in Eurer Gruppe. Da habt ihr doch in Social Media von Aufarbeitung gesprochen, oder? Um dann bei einer Demo Eure weißen Typen nicht unter Kontrolle zu haben? Und eine Aktivistin körperlich anzugreifen?

Euer Versprechen – unsere Sicherheit, wurde von euch letztendlich nicht nur passiv verweigert, sondern aktiv gefährdet. Zynisch nennt ihr das „Safe-Space“. Es ist der Zynismus der israelischen Checkpoints, wo Hinweistafeln den Kontrollierten und Entrechteten, den Drangsalierten und „notfalls“ Erschossenen noch einen guten Tag wünschen.


Ihr ladet uns jetzt in privaten Chats dazu ein, privat darüber zu reden. Wir sind nicht privat. Wir sind politisch. Ihr seht auf der Demo zu, wie Leute aus euren Reihen uns angreifen und entschuldigt euch halbherzig.
Eure Entschuldigung ist ohne klare Aufarbeitung so viel wert wie euer Versprechen.
„Safe-Space“.

Aber, und mit einer kleinen Hoffnung auf ernsthafte Auseinandersetzung bei Teilen von euch, wollen wir das Problem konkretisieren:

Da kommen zwei AktivistInnen von BDS Austria auf Eure Kundgebung. Anstatt direkt das Gespräch mit ihnen zu suchen, beauftragen eure Bio-Ösis ein paar türkische/kurdische Leute, die für Euch die Drecksarbeit machen sollen. Drecksarbeit, uns ansprechen, uns ausladen, uns entfernen. In diesem kolonialen Verständnis, PoCs als Objekte für Eure miese Politik zu vernutzen, wolltet ihr wie immer im Hintergrund bleiben. Euer Problem war nur, dass diese türkischen und kurdischen Leute, die Aufgabe nicht ausführten – sondern sich mit uns solidarisierten. Ja, das ist der HORROR für die Politik, die der Hegemonie dient. Deswegen seid ihr unter dem Schutz von Polizei und „PRESSESERVICE“ (!) auf unsere Leute losgegangen.

Der wohl gelungenste Ausdruck der Identität mit Staat, Behörden und Institutionen ist einem Eurer AktivistInnen gelungen, der schon fast niedlich mit finsterer Miene den anti-BDS Beschluss des jetzigen (und schon immer) rassistischen Parlaments aus der Tasche zaubert. Ihr checkt das nicht, oder? Welche Linke, welche Migrantifa stützt sich auf reaktionäre Beschlüsse der institutionalisiert rassistischen Hegemonie?

Abschließend wollen wir anmerken:

  • An die große Mehrheit von Männern und Frauen in unmittelbarer Umgebung der Übergriffe, die dort alles gesehen und geschwiegen haben. Ihr habt damit leider eine Chance verpasst. Genau so etwas passiert am Praterstern, wenn die Polizei afghanische Geflüchtete jagt, Nazis in Bautzen Leute durch die Straßen hetzen. ZuseherInnen. Wenn ihr gegen rassistische Morde, Angriffe, Übergriffe protestiert und in diesem Protest bei Übergriffen schweigt, welchen Sinn hat euer Protest dann?
  • Unser Dank gilt den großen Schwestern (Ablalar), die unsere Leute aus dem Übergriff heraus eskortiert haben. Praktische, handelnde Solidarität wird nicht vergessen. Auch danken wir denen, die Infos über unsere Kampagne wollten oder persönlich ihre Abscheu des Übergriffs ausgedrückt haben – Sich spontan solidarisierten, ohne uns zu kennen.      

Kein Vergessen.

Und dennoch bereit, mit Euch gemeinsam eine ernsthafte Auseinandersetzung zu führen.

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We as BDS Austria, part of the global campaign supporting the rights of the Palestinians, went to the memorial rally for those murdered in Hanau on Saturday, August 22nd, 2020 in Vienna and were verbally and physically attacked by the organizers.

We were present because we see ourselves in those who have been murdered – Ferhat, Gökhan, Hamza, Said Nessar, Mercedes, Sedat, Kaloyan, Fatih and Vili – in the sense of Angela Davis‘ expression: “When I see them, I see us. „

We were there because we wanted to convey to their parents, siblings and friends – without knowing them personally – that we are with them and that we will not forget.

We were there because as members of this society who are so called “people of color“, we also sense the racism on a state and institutional level, as well as on a social and cultural level. We will continue to call their names at every chance.

We were there to convey that the struggles against institutionalized racism and racist murders – be it individual or state crime – and against institutionalized racism are all linked and intertwined. From Ferguson, Minneapolis, Hanau to Palestine. And that, as Angela Davis puts it, freedom is a constant struggle and the struggles are and must be connected.

When you hear the names of the murdered, you hear our names. You see coincidences, we see a pattern.

When two of our activists appeared at the location of the rally, they were first verbally and then physically attacked by white men from the field of the so-called „MIGRANTIFA WIEN“ and the so-called “AUTONOME ANTIFA (W)”. The whole incident was observed, photographed and probably archived as “successful anti-fascism” by the agent of the so-called “PRESSESERVICE” (“Press Service Vienna – Network of Free Photojournalists”). This agent from the “PRESSESERVICE” whose job appears to consist of taking photos of people with a migration background, especially Arabs, under the guise of “anti-racism”, and to publish the photos in a defamatory manner. It seemed as if “MIGRANTIFA WIEN” and “AUTONOME ANTIFA (W)” were organizationally allied with the left-wing alliance “LINKS-Wien”. Allied in repression.

In the run-up, activists from BDS and the so-called “MIGRANTIFA WIEN” had a substantive debate about the composition of the panel and to what extent a Palestinian woman can feel safe at such a protest. Security was promised verbally and informally and the BDS activists have been welcomed.

When we unpacked our BDS flag, the attack began, in the course of which our BDS activists took out their cameras for self-protection and filmed the attack because THE MAJORITY APPEARED TO HAVE DECIDED TO JUST STARE IN SILENCE. The reason why the white men of „MIGRANTIFA WIEN“ and „AUTONOME ANTIFA (W)“ attacked our hijab-wearing activist – not by chance the only one wearing a hijab at the protest – seems to have something to do with the general social consensus that a man is permitted to do everything against anything Muslim.

You talk about “safe spaces”, we see failed spaces. Not coincidences, but a pattern. The “safe spaces”, of which you speak relentlessly, seem to increasingly imitate the military security of the checkpoints. The “security” that Alexia Weiss recently wrote about in the Wiener Zeitung when she expressed the “understandable discomfort” (sic!) when Palestinian flags are carried at a Black Lives Matter demonstration. The “security”, that at least in Europe the bond and solidarity between Black Lives Matter and the struggles for the fundamental human rights of Palestinians will be interrupted, cut off and defamed. You can read this masterpiece on “solidarity work“ here (https://www.wienerzeitung.at/meinung/blogs/juedisch-leben/2063234-BlackLivesMatter-ohne-Wenn-und-Aber.html?fbclid=IwAR2TrwMIsbPFBwq0h4wJqJtyqGz97).
Because solidarity is the strongest weapon, what a nightmare, when the disenfranchised, ostracised, targets of systematic racist violence are showing solidarity with each other…

If the racist infiltrators believe that we were chased away from the rally, they are mistaken in our sister and our other BDS-activist. They only left after warnings by other Turkish/Kurdish activists, because they didn’t want to disturb the site and purpose – the remembrance – of this rally. The remembrance of our siblings. The remembrance of our murdered, by your perpetrators, by your racists.

We had gladly duly noted the formation of a migrant Antifa, the Migrantifa in Vienna. It could counter the for years now observable “hegemonization” of a white Antifa; an authentic PoC-Antifa, that could – with an international, antiracist antifascism – subtend the white “Antifa”, which in Austria and Germany has increasingly been developing into a Transatlantifa. To counter a white Antifa, which de facto excludes any critical migrants, an Antifa like the “AUTONOME ANTIFA” with close institutional and personal involvement with the hegemonial media-apparatus, which sits within the hegemonial institutions of the state, which establishes a hegemonial, racist conception of antifascism within the leftist scene that underpins the state. An Antifa, that via Grüne, Sozialdemokratie and parliamentarian “Leftists” tries to create a white, governable “antifascism” and from time to time likes to lend itself, within the frame of public-service, to a FPÖ-ÖVP government for some type of expertise. Expertise that is supposed to serve governmental institutions for repression.

A Migrantifa that makes the mistake of getting involved with hegemonial state-servants like the “AUTONOME ANTIFA (W)” and “PRESSESERVICE”, would be condemned to failure from the start. It would be the same white, state-underpinning, racist Pseudo-Antifa, like the “AUTONOME ANTIFA (W)” was since its very beginning. Just fraudulent labelling.

Amongst all the attending men and women at the rally, the only ones to protect our siblings, leave the rally and escort our activists away were Turkish and Kurdish sisters, who naturally acted out of a sense of leftist practice. Are you still only seeing coincidences?

At the rally and afterwards, some activists of “MIGRANTIFA WIEN” tried to apologize to us. But we fear that they did not apologize out of an understanding that their actions came from a place of deeply internalized and reproduced racism, that they did not because they realized that organizers of the rally, within the own group, “abuse protests to also send out other messages” (Alexia Weiss) – namely ostracising the Palestinian struggle from other antiracist causes here and elsewhere – no, their fear was we as BDS Austria could release video recordings and pictures of the perpetrators to the public.

You don’t seem to understand. You don’t seem to be able to grasp anything.

We aren’t the photographers of the police or other repression-photographers, like the agents of “PRESSESERVICE”. All that aside. We have filmed and documented the attacks. Your fear isn’t what had happened, but the fact that is has been documented. This has been known for years about the racist “AUTONOME ANTIFA (W)” – which is dominated by (white) men – and the “PRESSESERVICE”, this squad of agents, that run away in panic if anyone films them for a change. But now this mentality seems to have also reached the “MIGRANTIFA WIEN”, which is tokenized by “LINKS-Wien” and the former. All three having overlapping personnel. That’s why they are mostly hooded and masked, in cowardice, or seated in the institutions of the hegemony. This apology of yours is of no value in this case. It has as little value as your supposed dealings with trespassing and abusive men in your group. Weren’t you just talking about solving this issue on social media? Just for you to lose control of your white, male members at a rally again? To attack our Hijabi activist physically?

Your promise – our safety – was ultimately not only passively denied, but actively threatened by you. Cynically you are calling this a “safe space”. It is the cynicism of the Israeli checkpoints, with their signs dictating to the controlled and disenfranchised, the harassed and those shot “out of necessity”, to have a good day.

You are inviting us per chat to talk about this privately. We are not private, we are political. You stand still and glare at the rally as your people attack us and then apologize half-heartedly.
Your apology is, without clearly dealing with the actual issues, as worthless as your promise. “Safe space”.


But, with a little hope of serious engagement with some of you, we want to specify this problem:
Two BDS Austria activists are coming to attend your rally. Instead of directly trying to face them to address the issue, you first have to find Turkish/Kurdish people to send them over, to do the dirty work on your behalf. The dirty work being talking to us, disinviting us, to extract us. In this colonial understanding of yours, using PoC as objects for your rotten politics, you wanted to stay in the background, as always. Your problem was that the people who you had first tasked with removing us were now denying their job – they showed solidarity with us. Yes, this is the HORROR for your policy, which is serving the hegemony. That’s why you ultimately attacked our people under the protection of the police(!) and “PRESSESERVICE”(!).

The probably best expression of identifying with the state, authorities and institutions was achieved by one of your activists who seemed almost endearing with his attempt to attack BDS by pulling out a resolution by the currently ruling (and always) racist parliament. You don’t get it, do you? Which political left, which Migrantifa would use reactionary resolutions by the institutionally racist hegemony?

Lastly, we want to address the following:

  • To the big majority of men and women in immediate proximity of the attacks, those who saw everything but stayed quiet. You missed a chance. This is what is happening at Praterstern when police are hunting Afghan refugees, when Nazis are chasing people through the streets of Bautzen. Bystanders. When you are protesting against racist murders, attacks and infringement but you stay silent during this attack, what purpose did your protest have?
  • Thank you to the dear sisters (Ablalar), who escorted our people out of this attack. Solidarity in practice, hands-on, won’t be forgotten. We also want to thank those who inquired about our campaign and also showed their disgust towards this treatment – spontaneous solidarity, despite not knowing us

Kein Vergessen. (“No forgetting.”)

And yet we are willing to have a serious discourse with you.

Post Author: Iman E